3D-Drucker schaffen die Welt der Zukunft

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Posted in News on 11.06.2013

"Ersatzhaut für verletzte Kinder aus körpereigener DNA, Lungengewebe oder künstliche Ohren – Forscher entwickeln 3D-Drucker, die die Produktion der Zukunft revolutionieren sollen. Dann könnten sogar ganze Häuser aus dem Drucker kommen.  ..." 

Wenn Unfälle große Areale menschlicher Haut verbrennen, hilft oft nur noch eine Transplantation, um die Wunden zu verschließen. Forscher benötigen dafür große Flächen Haut, die sie aus körpereigenen Zellen züchten. Früher entnahmen Mediziner dafür Hautstückchen an anderen Körperstellen und setzten sie wie ein Puzzle an den verletzten Arealen wieder ein. In Zukunft wollen Forscher große Flächen Haut aus dem 3D-Drucker ziehen. Ein Team des Kinderspitals Zürich arbeitet nach Informationen der Neuen Züricher Zeitung daran, mit Hilfe eines 3D-Druckers neue Haut für verletzte Kinder im Labor automatisiert herzustellen. Grundlage bilden körpereigene Zellen, die der Körper der Patienten nicht abstößt. Die Schweizer Firma regenHu hat den Drucker für das Kinderspital gebaut, ebenso wie einen Drucker für die Universität Freiburg, der Lungengewebe herstellen soll. Das berichtet die NZZ.3D-Drucker sind ein Hoffnungsträger der Medizintechnik der ZukunftIm Februar 2014 will regenHu einen gedruckten Knochen als Implantat für die Zahnmedizin auf den Markt bringen. Auch an der TU Chemnitz forschen Wissenschaftler am Druck individueller Knochenimplantate aus dem Knochenaufbaumaterial Cerasorb. Anwendungsgebiete wären Zahnheilkunde, Gesichtschirurgie, Orthopädie sowie Sportmedizin. Derzeit schnitzen die Chirurgen ihre Implantate noch selbst. In Dentallaboren dürften 3D-Drucker jedoch bald Einzug halten. Dort könnten sie Kronen, Brücken, Hartgipsmodelle sowie kieferorthopädische Hilfsmittel erzeugen.Neue Niere oder Fötus aus dem DruckerUS-Mediziner gehen noch einen Schritt weiter. Sie präsentierten kürzlich eine Methode zur Produktion künstlicher transplantierbarer Nieren. Ziel ist, auf der Basis von Gewebeproben und 3D-Aufnahmen der kranken Niere mit einer speziellen körpereigenen „Biotinte“ Schicht für Schicht ein komplettes neues Organ zu drucken und anschließend in den Körper zu transplantieren. Überdies präsentierten Mediziner der Universität Edinburgh ein Verfahren, mit dem sie Klumpen aus Stammzellen drucken wollen. Daraus sollen Ersatzorgane für Kranke wachsen, die kein stützendes Gerüst mehr benötigen. Die japanische Firma Fasotec stellt Modelle von Organen und anderen Körperteilen her, mit denen Operationen vorbereitet werden können. Bereits jetzt fertigt Fasotec 3D-Skulpturen von Föten anhand von Ultraschall-Aufnahmen an. Das neun Zentimeter große Erinnerungsstück, das umgerechnet 930 Euro kostet, wird in einen durchsichtigen Block eingelassen. Daneben gibt es auch eine Miniversion als Handy-Anhänger. Nach Firmenangaben finden die Produkte bei Japans Schwangeren großen Anklang.Das gedruckte Fötusmodell ist eines der neuesten Anwendungsbeispiele der rasch wachsenden 3D-Drucker-Industrie. Die Geräte arbeiten ähnlich wie Tintenstrahldrucker. Gesteuert werden sie von einer Software, die das digitale D3-Modell des anzufertigen Objekts in zweidimensionale Scheiben zerlegt. Dann wird im Drucker Schicht für Schicht ein Material übereinander gelegt, wodurch die räumliche Form des Objekts entsteht. Experten sprechen von einer „additiven Fertigung“.www.focus.de