Keine Änderungen für laufende Projekte

02.05.2017 : Davoser Zeitung

Die Stiftung für Innovation, Entwicklung und Forschung Graubünden beendet die Tätigkeit

Keine Änderungen für laufende Projekte

Die Stiftung für Innovation, Entwicklung und Forschung Graubünden (Innovationsstiftung) wird per Ende 2017 aufgelöst. Die laufenden Projekte – darunter auch eines des AO Research Institutes Davos – werden mit einem Innovationsfonds weitergeführt, der vom Kanton bewirtschaftet wird.

Die Innovationsstiftung wurde im Dezember 2007 mit einem Kapital von 30 Millionen Franken errichtet. In der Totalrevision des Wirtschaftsentwicklungsgesetzes (2015/2016) wurde auf eine Aufstockung des Stiftungskapitals für die Innovationsstiftung verzichtet. Der Kanton will sich mit dem neuen Artikel 12 «innovative Vorhaben» verstärkt für die Förderung von Jungunternehmen und Technologie-Startups einsetzen. Die wenigen verbleibenden Mittel werden per 1. Januar 2018 in einen Innovationsfonds überführt. Die Stiftung wird per Ende 2017 aufgelöst. Die laufenden rund 60 innovativen Projekte, welche von der Innovationsstiftung unterstützt wurden, werden vom Kanton bis zu ihrem Abschluss weitergeführt. Die Stiftung kann keine neuen Gesuche mehr entgegennehmen.

Ungeahnte Möglichkeiten
Eines der vom Innovationsfonds unterstützten Projekte stammt vom AO Research Institute Davos und nennt sich «Patientenspezifische Implantate durch additive Fertigung». Auf diese Weise werden dreidimensionale Objekte schichtweise schnell und verhältnismässig günstig hergestellt. Für operative Frakturbehandlungen und künstliche Gelenke eröffnet die additive Fertigung ungeahnte neue Möglichkeiten und Strukturen. Der behandelnde Chirurg kann patientenspezifische Implantate definieren, und diese können dann zeitnah vor Ort hergestellt werden. Die raschere Herstellung kann und wird die Entwicklung neuer Ideen beschleunigen. Bis es aber soweit ist, müssen sichere und implantierbare Materialien zur Heilung von Knochen und Gewebe für den 3D-Druck entwickelt werden. Aus diesen Gründen ist am AO-Forschungsinstitut Davos das erste Zentrum für additive Fertigung in den Alpen aufgebaut worden. Zusammen mit verschiedenen akademischen und industriellen Partnern werden am AO Research Intitute neuartige Anwendungen von additiver Fertigung zur Heilung von menschlichen Geweben wie Knochen, Gelenksknorpel und Bandscheiben erforscht. Eines der Projekte wird vom Bund unterstützt und befasst sich mit der Entwicklung von patientenspezifischen Implantaten für grosse Defekte am Kiefer. Ziel sei, derartige Implantate herzustellen und sie klinisch zu untersuchen, heisst es im Jahresbericht der Stiftung für Innovation, Entwicklung und Forschung Graubünden. Projektpartnerin sei die Firma regenHU Ltd. Diese plane, 2018 einen entsprechenden 3D-Drucker für Chirurgen zur Herstellung von patientenspezifischen Implantaten auf den Markt zu bringen. Das Projekt des AO Research Institutes Davos soll bis ins Jahr 2020 gefördert werden. Daran soll auch die Stiftungsauflösung nichts ändern.

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Grosses Potenzial
42 Jungunternehmen wurden im Wissen gefördert, dass diese Projekte ein hohes Risiko aufweisen und sich die Erfolgs- Chancen erst im Laufe des Projekts zeigen. Die Stiftung unterstützt vor allem in der schwierigen Anfangsphase und übernimmt damit teilweise die Rolle einer Venture-Kapitalgeberin. Per Ende 2016 beschäftigen die 42 von der Stiftung unterstützten Jungunternehmen rund 170 Mitarbeitende. Diese Firmen erwarten in den nächsten fünf Jahren ein Wachstum auf bis zu 300 Arbeitsstellen. Sie stärken damit die Regionen und verhindern die Abwanderung von gut ausgebildeten Leuten. Der Jahresbericht 2016 zeigt, dass die Innovationsstiftung per Ende 2016 über ein Kapital von 5,9 Millionen Franken verfügte. Davon sind 3,3 Millionen Franken für 62 laufende Projekte zugesichert, die Mittel werden jeweils bei Meilensteinerreichung ausbezahlt. Ein statistischer Rückblick zeigt, dass von den 28,3 Millionen Franken über 40 Prozent in die Förderung von Jungunternehmen geflossen sind. Insgesamt wurden in den neun Jahren, seit Bestehen der Stiftung, 253 Gesuche behandelt und 98 Projekte finanziell unterstützt. von denen 36 abgeschlossen wurden.